Coop: Aufruf zum gemeinsamen Handeln für existenzsichernde Löhne in globalen Lieferketten

COVID-19 verschärft die Ungleichheiten entlang der globalen Lieferketten und gefährdet viele Arbeiterinnen und Arbeiter, insbesondere in Hochrisikoländern.

In diesem Kontext hat sich amfori-Mitglied Coop Genossenschaft mit Sourcing Solutions (www.sourcingsolutions.com) zusammengetan, um existenzsichernde Löhne in seiner globalen Lieferkette voranzutreiben, und ruft andere Einkäufer auf, sich diesen gemeinsamen Bemühungen anzuschliessen. 

Coop hat zwei Projekte für existenzsichernde Löhne initiiert: Eines in Indien in Zusammenarbeit mit der Remei AG und ihrem Lieferanten Century Apparels Pvt. Ltd in Tiruppur, und eines in China mit ihrem Lieferanten Lucky Top International Trading Ltd.

  • Der Experte für existenzsichernde Löhne, Klaus Hohenegger von Sourcing Solutions, wird die Projektumsetzung unterstützen. Das Projekt beginnt mit einer Einführung in die Berechnung existenzsichernder Löhne auf der Grundlage der Anker-Methode (die von amfori empfohlene Methode zur Berechnung existenzsichernder Löhne). Daraufhin werden die Löhne in den Fabriken erhoben und ihre Abweichung zum regionalen existenzsichernden Lohn eruiert. 
  • Die Idee des Projekts ist es, die Fabriken darin zu schulen, existenzsichernde Löhne zu kalkulieren. Das bedeutet, dass Coop seine Lieferanten in Zukunft auffordern wird, zwei Angebote zu unterbreiten: Ein Angebot mit dem regulären Lohn, der höchstwahrscheinlich der Mindestlohn oder höher ist, und ein Angebot, das auf dem existenzsichernden Lohn nach der Anker-Methode basiert.
  • Die Zusammenarbeit zur Förderung existenzsichernder Löhne in globalen Lieferketten erfordert Vertrauen zwischen der Marke (Brand) und der Fabrik. Ein starkes Engagement beider Seiten sowie eine stabile und langfristige Beziehung sind entscheidende Faktoren für die erfolgreiche Förderung existenzsichernder Löhne. Der begrenzte Einfluss des Einkäufers in Bezug auf das Beschaffungsvolumen kann jedoch eine Herausforderung für die Einführung existenzsichernder Löhne in einer Fabrik darstellen. 

Anna Vetsch, Projektleiterin Nachhaltigkeit bei Coop und Vorsitzende des Schweizer amfori-Netzwerks, erklärt: "Hebelwirkung ist immer ein Grund, warum Brands denken, dass die Umsetzung existenzsichernder Löhne auf Fabrikebene nicht möglich ist. Coop ist der Meinung, dass amfori eine sehr gute Basis für die Vernetzung und für gemeinsame Projekte schafft. Es gibt Produzenten mit Verbindungen zu vielen Brands. Coop würde diese Verbindungen gerne für gemeinsame Living-Wage-Projekte nutzen."

Coop lädt alle interessierten Textilmarken ein, sich mit ihr in Verbindung zu setzen, um mögliche Synergien für ein gemeinsames Projekt für existenzsichernde Löhne auszuloten, und begrüsst Brands, die sich den laufenden Projekten für existenzsichernde Löhne in Indien und China anschliessen möchten.

 

Wenn Sie mehr über das Projekt erfahren möchten und wissen möchten, wie Sie sich beteiligen können, wenden Sie sich bitte an Anna Vetsch, Projektleiterin Nachhaltigkeit bei Coop.

Um unsere vergangenen Webinar-Aufzeichnungen und Trainings zum Thema existenzsichernde Löhne anzuhören, besuchen Sie bitte den Bereich zu existenzsichernden Löhnen in der amfori Academy.

Bei Fragen zu amforis Weg zu existenzsichernden Löhnen wenden Sie sich bitte an Franzis Wimmer, Stakeholder Engagement Advisor bei amfori.