Network Connect 1/2019

Die Mitgliederzahl ist weiter auf 2’337 amfori Mitglieder gestiegen, in der Schweiz auf 104. Neu als Schweizer Mitglied dürfen wir Sandrovanini, MB Trading und Creasolve, sowie die SBB als Vollmitglied begrüssen.
 
Als international wichtige Gremien wurden 2018 amfori MAC und amfori SAC installiert:
Der Fokus des Member Advisory Council (MAC) liegt zurzeit auf zwei Themen: Impact und Transparenz. Entsprechende Analysen werden vorgenommen und eine Roadmap wird erarbeitet. So soll u.a. aufgezeigt werden, wie sich Audits entwickelt haben. Diese Ergebnisse sollen sowohl für Members wie auch für NGOs einsehbar sein. Als Member kann man die Daten u.a. zur Kommunikation nutzen. Gewünscht wird ebenfalls ein Vergleich innerhalb der einzelnen Branchen.
Das Stakeholder Advisory Council (SAC) wird von allen geschätzt. Themen sind z.B. fair buying practices. Die Teilnehmenden im SAC sind auf der Homepage ersichtlich.  
 

amfori Schweiz Aktivitäten: Rück-und Ausblick

Das Thema Nachhaltigkeit ist in den Medien enorm präsent, dies vom Klimaschutz, über die Arbeitsbedingungen in verschiedenen Ländern, bis zur Konzernverantwortungsinitiative. Wichtig dazu: Der Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative wurde vom Ständerat abgelehnt. Dies bedeutet zwar noch nicht, dass diese mildere Version nicht mehr im Gespräch sein wird. Die Option aber, dass der Vorstoss der Initianten zurückgezogen wird ist damit eher unwahrscheinlich geworden und die Chance, dass es zur Abstimmung kommen wird, ist deutlich gestiegen. 

Der mehrjährige Austausch von amfori Schweiz und Swiss Fair Trade fand im Anlass am 4.2. 2019 in Basel einen ersten Höhepunkt. Es trafen sich rund 90 Teilnehmende aus beiden communities: Firmen, NGOs, Fair Trade-Organisationen, Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Kantonen und vom Bund. Wie nachhaltig Zusammenarbeit allgemein ist, brachte Christan Ewert (Präsident amfori) mit folgendem Zitat auf den Punkt: „Wenn du schnell vorankommen willst, geh allein. Wenn du weit kommen willst, geh den Weg mit anderen zusammen.“ (Afrikanisches Sprichwort). Um Wirkung zu erzeugen, ist dies einer der wesentlichsten Ausgangpunkte und war somit auch das Hauptthema des Abends. 

Es finden auch dieses Jahr wieder zahlreiche Anlässe statt, an welchen alle Mitglieder teilnehmen wie auch mitwirken sollen.
Hier der geplanten Aktivitäten und Anlässe:

  • 18. – 19. Juni 2019   Annual Conference in Brüssel
  • 3.September 2019     7. Swiss Green Economy Symposium
  • 4. September 2019    Network Connect Meeting bei Intersport, Bern

 

BEPI – aktueller Stand, Praxisbeispiel und Weiterentwicklung

BEPI ermöglicht Unternehmen wichtige Umweltthemen in ihrer Lieferkette voranzutreiben. Es bietet ein einheitliches Umsetzungssystem mit verschiedenen Instrumenten. Die Umsetzung findet in 5 Schritten statt:
1.    Materiality Assessment
2.    Supply Chain Mapping
3.    Supply Chain Analyse
4.    Producer Programme Assignment
5.    Fortschritte messen und nachverfolgen
Beim Einstieg stellte sich die Frage: «Wie kann ich mir einen Überblick zu BEPI verschaffen?»—mehr dazu hier

 

Projekte zur Unterstütung der Mitglieder

Christian Robin (WBF, SECO) berichtet folgendes: 
Das Thema „Nachhaltigkeitsstandards» ist in den letzten 40 Jahren stark gewachsen, amfori BSCI gibt es ebenfalls seit längerer Zeit, doch gibt es einen messbaren Impact? Auch der Bund hat das Thema aufgegriffen. So ist die nachhaltige Beschaffung im BöB neu geregelt und das BAFU hat den Lead beim Thema nachhaltige Texilien übernommen. Basis sind die SDGs. Während der Bund früher einzelne Standards Starthilfe bot, ist das heutige Ziel bestehende Standards zu verbessern. Wichtig sind mehr Transparenz, Innovationen, Impactmessung, Kontrolle und entsprechend gute Standards in Schlüsselsektoren, wie den Textilien, anzuwenden (mehr dazu hier). Damit die Standards untereinander verglichen werden können, ist ein Lösungsansatz Benchmarking, sowie auch die gegenseitige Anerkennung in Form von MoUs. Bereits vorhanden sind Labelinfo/Kompass Nachhaltigkeit. Aber auch internationale Lösungen sind in Zukunft möglich, sowohl mit der Textilwirtschaft in Deutschland, wie auch das Tool von GSCP, welches noch in diesem Jahr präsentiert werden sollte.
   
Jörg Schmidt (ZHAW) führt aus:
In der Arbeit «Wirkungsanalyse des amfori BSCI Standards bei Migros-Produktionsfirmen in China» wurde der Fokus auf 3 Themen gesetzt: angemessene Vergütung, zumutbare Arbeitszeiten und Arbeitsschutz. Klar ersichtlich wurde, dass der Standard meist auf Wunsch der westlichen Kunden verwendet wird. Den Nutzen für sich selbst erkennen die Firmen kaum. Aber die durch amfori durchgeführten Schulungen wurden positiv hervorgehoben. Hier könnte das Potenzial genutzt werden, dass Firmen sich gegenseitig mehr austauschen könnten. 

Es stellten sich viele u.a. kritische Fragen wie z.B. die Glaubwürdigkeit der Standards und ihrer Wirkung; was nach mehr Transparenz und Impact verlangt. Im Fall der Wirkungsanalyse in China wurde ersichtlich, dass die Messung des Impacts schwierig ist, aber Trainings mit Erfa-Austausch noch Potential haben. Gleichzeitig bildet sich auch die Frage «Und nun?». Viele Fragen wie Living Wage, Logo Protection, ausländisch Online-Shops bleiben pendent. Vieles müssen die Unternehmen für sich selber klären, da der amfori Standard nur ein Teil der Unternehmensverantwortung ist.   

Ein wichtiges Fazit ist allgemein: Kein Standard kann die unternehmerische Verantwortung übernehmen! Aber mit der Unterstützung der Partner kann die Arbeit der Mitglieder erleichtert werden.