Interview mit Anna Vetsch

Co-Vorsitzende Anna Vetsch hat intern in Coop eine neue Position angetreten und hat sich deswegen aus dem amfori Network Committee zurückgezogen. Wir bedanken uns bei Anna ganz herzlich für ihr Riesen-Engagement und haben sie noch einige Fragen gestellt.

Wie kam es, dass Du Dich für das Network Committee engagiert hast? 
amfori / BSCI ist für Coop ein Key-Stakeholder wenn es um den Bereich der sozialen Verantwortung und Menschenrechte geht. Coop ist ein langjähriges Mitglied und hat sich immer sehr aktiv in Brüssel und im Netzwerk Schweiz für den Standard engagiert. Es war mir eine Ehre Coop in dieser Rolle im Netzwerk Schweiz zu vertreten und unsere Ansichten und Haltung in die Weiterentwicklung des Standards miteinfliessen zu lassen.  

Was hat Dir dabei besonders gefallen? 
Mir hat der offene, konstruktive und kritische Dialog zwischen dem Netzwerk und den verschiedenen engagierten Mitgliedern sehr gefallen – in diesem Thema haben die Detailhändler und Marken, egal ob KMU oder Riese, zusammengespannt und an einem Strang gezogen. 

Was erachtest Du als wichtigste Resultate während Deiner Zeit? 
Da gibt es nicht das eine Resultat. Für mich ist es positiv zu sehen, dass sich die Organisation vermehrt auch mit Themen beschäftigt, die ambitioniert sind – wie etwa Living Wage, wo es eben um mehr geht als um Mindestkriterien zur Einhaltung der Arbeits- und Menschenrechte. 

Grösste Herausforderungen? 
amfori / BSCI ist noch immer stark auf Audits und Kontrollen ausgerichtet und wir wissen alle, dass die Aussagekraft von Kontrollen mit Vorsicht zu geniessen sind. Eine grosse Herausforderung ist sicherlich, wie amfori / BSCI  noch stärker die Realitäten der Arbeiterinnen und Arbeiter erfassen kann. Das Stichwort "Grievance Mechanism" wird hier zentral werden. 

Was wünscht Du dem Network Committee, den Kollegen und amfori  
Ich wünsche mir, dass der Diskurs mit viel Elan und einer kritischen und offenen Haltung weitergeführt wird. Die Schweizerinnen und Schweizer waren stets sehr kritisch gegenüber amfori / Brüssel und das ist auch gut so. Denn nur in gemeinsamer Arbeit und konstruktive Kritik können auch die Realitäten der Arbeiterinnen und Arbeiter verändert werden. Und um das geht es ja bei amfori / BSCI. 

Was möchtest Du uns mitgeben? 
Bleibt offen und engagiert. Ich freue mich auf weitere Begegnungen mit euch.

 

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